Es war morgens fünf Uhr, als Peregrin plötzlich hochgeschreckt aufwachte. Sein Herz klopfte vor Schrecken bis zum Hals und er atmete schnell, wie wenn er aus Angst um sein Leben vor einem Gefahr rennen musste. In seinem Schlafzimmer war es noch nächtig, das Tageslicht war noch nicht in seinem Zimmer angekommen. Er richtete sein Auge auf die Decke und versuchte in seinem schläfrigen Zustand sein Umfeld zu erkundigen, um sicher zu sein, dass er nicht mehr dort ist, wo er in seinem schrecklichen und wirrenden Albtraum war.
»Ich hatte bisher nie so einen Traum« dachte er. Er hatte das Gefühl, sein Körper und sein Geist befinden sich immer noch in dieser unrealistischen Welt. Das Licht des Mondes leuchtete das Feld, auf dem er lief. Außer ein paar Bäume mit ihren blätterlosen Ästen, war nichts zu sehen. Die Umgebung, in dem er sich befand, war so still, dass er beim Laufen eigene Schritte hören konnte. Er spürte die klirrende Kälte der Nacht tief in seinen Knochen. Der leichte Wind streichelte mit der Kälte sein Gesicht und hinterließ einen stechenden und kurzen Schmerz. Er war der einzige Mensch weit und breit. Dieser Alleinsein löste in beim Peregrin Angst aus. Er lief in seinem Traum eine Weile in eine Richtung, die ihm mit der Zeit nicht mal so unbekannt kam. Nur das fließende Wasser des Baches, der zwischen dem Feld und der Nebenstraße als Grenze diente, störte die Ruhe der Nacht. Das Licht des Mondes war auf dem fließenden Wasser als glitzerndes und sich bewegende Funkeln sichtbar. Peregrin beschäftigte die Frage, warum er um dieser Zeit dort war, sehr. Er war freiwillig hier, Niemand hat ihn dorthin geschickt oder auf ihn gezwungen dort zu sein, dass wusste er.
Sein Körper weigerte die kalte Luft in seinem Schlafzimmer zu spüren, die seit mehreren Tagen von der defekten Heizung nicht geheizt war, weil in dem alten und seit mehreren Jahrzehnten nicht renovierten Haus wieder die alte Heizung im Keller hinter dem geschlossenen Türen defekt war. Er dachte manchmal, dass er alleine in dem Haus mit mehreren Wohnungen wohnte und nur er die kalte Luft spürte, weil er immer selber den Hausbesitzer informieren musste, dass der alte Heizung wieder nicht mehr heizte. Er bat jedesmal den Hausbesitzer endlich die alte Heizung zu reparieren oder durch einen neuen zu ersetzen, damit er nicht bei jedem kalten Wetter ihn immer wieder stören musste. Aber der Hausbesitzer, der schwer erreichbar war und sich nur dann blicken ließ, wenn die Miete nicht rechtzeitig bezahlt wird, schaffte jedesmal Peregrin zu trösten, das die Heizung im nächsten Monat durch einen neuen ersetzen wird. Bis das Wetter wärmer wurde, musste er mehrere male mit dem Hausbesitzer Telefonate führen, wenn ihn mal nach Stunden erreicht hat, aber der Hausbesitzer mindestens so hartnäckig wie Peregrin selbst und ließ sie nicht reparieren. Das Bett erinnerte Peregrin an einem Sumpf, in dem sein Körper bis zum Hals festgesteckt war. Er wollte seinen Körper aus diesem Sumpf befreien, aber ihm fehlte die nötige Konzentration und auch die Kraft seinen Körper zu bewegen. Seine Gedanken waren so stark mit dem vorherigen Traum beschäftigt, dass er Mühe hatte sich an die reale Umgebung zu konzentrieren. Er spürte, wie ein Etwas in ihm verhinderte, dass er aufsteht und sich in die reale Welt begibt.
Er schloss seine Augen und atmete tief, um es zu versuchen, in diese nicht realistische Welt einzutauchen. Er dachte an die dunkle Nacht und an das Feld, an den Bach und an die Bäume und an diese Einsamkeit. Die einzelnen Details setzte er wie in einem Puzzle einzeln zusammen um das Bild zu komplettieren. Seine Bemühungen bleiben aber erfolglos, auch wenn er seine Augen noch fester zusammendrückte, gelang Peregrin nicht, in diese Welt einzutauchen. Er gab nach einiger Zeit auf und öffnete seine Augen, blickte auf den Wecker. Es ist noch zu früh zum Aufstehen, dachte er aber stand trotzdem auf und setzte sich am Rand des Bettes. Er nahm sein Kopf zwischen den Händen und fing an sein Kopf zu massieren. Er blickte nach unten und schaute seine Füße und blieb eine Weile so sitzen. Er dachte nach, wie er diese Welt aus seinen Gedanken los werden kann. Aber je mehr er sich anstrengte, mehr quälte ihn die Gedanke, dass das Ganze nicht nur ein Traum war, sondern die Realität selbst.
Der Traum von letzter Nacht war für Peregrin anders als von seinen bisherigen Träumen. Diesmal war das ganze Geschehen in seinem Traum sehr realistischer. Er spürte die Angst in seinem ganzen Körper. Die realistische Darstellung von Szenen im Traum war immer noch sehr lebhaft in seinen Gedanken.
Peregrin entdeckte in der Nähe des Ufers auf dem Boden ein Objekt. Beim ersten Blick konnte er das Objekt nicht identifizieren. Erst beim näher treten stellte er fest, dass das Objekt ein Menschenkörper war. Er war erschrocken und trat aus Angst ein paar Schritte zurück. Er blieb kurz stehen und beobachtete das Objekt aus einer Entfernung von ein paar Schritten. Ob das seine Neugier war oder etwas anderes, der ihn an diese Körper bewegte, wusste er selber auch nicht. Er berührte ihn ganz kurz und ging sofort wieder ein paar Schritte zurück. Der Körper blieb weiterhin bewegungslos auf dem Boden. Er schaute Hilfe suchend in seine Umgebung, aber er konnte niemanden sehen. Er war nicht mehr ganz alleine wie vor ein paar Minuten, wie er sich dachte und fühlte. Die Wahrnehmung, dass er und der auf dem Boden liegende Körper die Umgebung und die Gegenwart teilten, war nur der Anfang des Ganzen. Nach dem er mit seinem rechten Hand den Kopf des leblosen Körpers drehte, wurde Peregrin sein ganzes Körper in einem Stillzustand gesetzt. Er befand sich in einem unbeschreiblichen Zustand, den er bisher nie erlebt hatte. Von seinem Traum erinnerte Peregrin als letztes, das der leblose Körper nicht mehr eine Unbekannte Person sondern, die Hiltja gehörte.
Die Begegnung mit einem Toten löste in Peregrin eine Angst aus. Er war von der Angst so gefesselt, dass er weder sein Körper noch sein Geist bewegen konnte. Er blieb eine Weile bewegungslos stehen und blickte auf dem Boden liegenden Körper. Für Peregrin waren die Toten die einzigen, die den Respekt verdienten unabhängig davon, wer sie vorher waren. Das war seine erste Begegnung mit einer Toten, die er auch mit ein Stück Bewunderung aber mit einer in seinem Körper tiefliegenden Angst beobachtete. Er glaubte daran, dass die Toten alleine eine unendliche Reise antreten. Sie sind alleine und haben nicht mal ihren Körper bei sich. Sie haben nur das dabei, was eine Unendlichkeit verdient, ihren Geist.
Die Hiltja war eine geheime Freundin von Peregrin. Nur er kannte sie. Er hat bisher mit niemanden über sie geredet. Er hat sie von Zeit zu Zeit getroffen. Für Peregrin war sie eine Freundin, die Respekt und Vertrauen verdiente. Die beiden hatten auch ähnliche Vorstellungen über die Welt und über das Leben. Sie haben sich monatlich aber unregelmäßig getroffen. Aber, in letzter Zeit wurden die Abstände zwischen den Treffen immer kürzer. Was sie zusammen unternehmen wollte haben die beiden meistens spontan entschieden. Für Peregrin war es wichtig, sie zu sehen, in der Nähe von Hiltja zu sein. Die Anwesenheit von Hiltja und die Gespräche, die sie über alles Mögliche führten, waren eine Art Therapie für ihn.
Er war mit seinem lebendigen Körper dort anwesend und er hat das Ganze an seinem eigenen Leib gespürt. Dieser Gedanke löste in seinem Kopf Angst aus und versuchte so eine Vorstellung bewusst zu unterdrücken. Aber der Gedanke dort gewesen zu sein kam immer wieder hoch und seine Angst wurde immer grösser. Sein Zweifel nahm immer mehr zu, dass es sich nicht um einen Traum handelte, sondern, um ein wahres Geschehen. Er war dort und er war eine lebendige Person in dem Ganzen. Er dachte, dass das Ganze nicht nur in seinen Gedanken stattgefunden hat, sondern auch sein Körper ist Zeuge von allem. Er träumte viel und er konnte sich selten an seine Träume nach dem Aufwachen erinnern. Aber dies Mal war es für ihn ganz anders. Er war der Protagonist in diesem Traum.
Kennen Sie das Gefühl, sich mit zwei Persönlichkeiten auseinander zu setzen? Die Beiden befinden sich in ihrem Körper und sie sind sich nie einig. Sie sind einer von diesen Persönlichkeiten und Sie müssen ständig die zweite Persönlichkeit davon überzeugen, dass Sie Recht haben. Sie entscheiden sich für etwas aber die zweite Persönlichkeit versucht Gegenargumenten für ihre Entscheidung zu liefern und dann sind Sie sich plötzlich nicht mehr sicher, ob Sie an ihrer Entscheidung festhalten sollen. Sie verlieren mit der Zeit ihre Durchsetzungsvermögen gegen ihn und verzweifeln an sich selbst, ob Sie jemals selber entscheiden können. Ein hin und her beginnt. Genau das erlebe ich im Moment. Meine zweite Persönlichkeit glaubt, dass ich dort war, aber ich leugne das und versuche meine zweite Persönlichkeit davon zu überzeugen, dass das Ganze nur ein Traum war. Ich habe nur geträumt.
Er selbst war einer von diesen Persönlichkeiten und musste ständig den zweiten Persönlichkeiten davon überzeugen, dass er der Herr ist. Seine gewünschte Herrschaft konnte Peregrin nicht durchsetzen. Peregrin nannte seine zweite Persönlichkeit als Dissentio. Er hat mit der Zeit für sie Hassgefühle entwickelt und für ihn war Dissentio sein größter Feind.
Peregrin setzte sich seit längerem mit zwei Persönlichkeiten auseinander, die in seinem Körper lebten. Die Uneinigkeit dieser Persönlichkeiten und die ständige Anstrengungen, weil die sich nie einig sind, kostete Peregrin viel Kraft. Er identifizierte sich selbst nur mit einer von diesen Persönlichkeiten. Den zweiten musste er ständig davon überzeugen, dass er der Herr ist. Die Herrschaft, die er sich wünschte, konnte Peregrin nicht durchsetzen, unabhängig davon, wie viel er sich anstrengte.
Er versuchte ständig sich selbst davon zu überzeugen, dass er kein Doppelleben führt. So versuchte er die Wahrheit zu leugnen. Aber die Wahrheit war so stark wie das Licht der Sonne. Er sah das Licht der Sonne in seinen Augen, egal wie stark er seine Augen mit seinen Händen abdeckte.
Peregrin war von der Idee besessen, dass er nicht alleine war. Sein Gewissen ließ ihm jedoch keine Ruhe und brachte ihn am Rand des Wahnsinns.
Ich möchte nicht sagen, dass ich ein Doppelleben führe. Aber ich habe das Gefühl, dass ich in mir noch eine Person habe, die ständig versucht, mich gegen meinen Willen zu steuern. Ich werde dir keine Schmerzen tun aber diese zweite Persönlichkeit zwingt mich fast dazu dich unter Schmerz zu setzen.
Der Gedanke, dort gewesen zu sein, quält mich so sehr, dass ich im Moment ein starker Druck in meinem Kopf spüre. Ich sitze immer noch am Bettrand und schüttle mein Kopf hin und her und massiere mit meinen beiden Händen meinen Scheiteln. Im Spiegel sehe ich mich selbst, der eine
Ich stehe auf und gehe in meinem Arbeitszimmer und suche in meinem Bücherregal nach dem schwarzen Notizbuch, den ich vor einiger Zeit gekauft aber bisher keine Notizen eingetragen habe. Ich muss meine Bücher sortieren. Die gelesenen und ungelesenen und die alten von den neuen muss ich voneinander trennen. Nach dem ich es gefunden habe, nehme ich das Notizbuch aus meinem Bücherregal. Ich öffne seine Seiten und schaue die weißen Blätter an und denke, dass diese Seiten meine einzige Rettung sind. Was für einen Gedanken ist das, frage ich mich. Ein Notizbuch soll mich retten?
Ein neues Notizbuch mit seinen weißen Seiten und unberührt. Es ist bereit meine Gedanken aufzunehmen, von der gestrigen Nacht aufzunehmen und für eine Ewigkeit für sich zu behalten, bis jemand es öffnet und an-fängt sie zu lesen. Ich muss mich absichern und genau das Notizbuch in meinen Händen wird meine Absicherung sein. Ich gebe zu, dass ich Angst habe, von dem, was gestern Nacht passiert ist. Was mache ich, wenn das kein Traum war?
In meinem Traum, während ich den Bach entlang gelaufen bin, konnte ich am Hang etwas Dunkles erkennen. Erst nach dem ich mich an das undefinierte Objekt langsam genähert habe, sah ich, dass es sich um einen Menschenkörper handelte. Einen Menschenkörper, in schwarzen Kleidern war auch nicht leicht zu erkennen. Erst nach dem ich sein Gesicht gesehen habe, war ich mir sicher, dass es sich um einen Menschen handelte. Sein Körper war auf die Seite gelegt, wie wenn dieser Mensch gemütlich auf dem Boden schlafen würde. Ich habe mich an sein Gesicht fokussiert und nach einem Lebenszeichen gesucht. Seine Augen waren geschlossen und seine Wimpern bewegten sich auch nicht. Sein Brustkorb bewegte sich auch nicht, obwohl ich ein paar Sekunden lang ohne mich zu bewegen diesen Menschen beobachtet habe. In diesen ein paar Sekunden stelle ich mir so viele Fragen, die ich nicht mal nach mag über diese Fragen nach zu denken. Lebt dieser Mensch noch? Wer war dieser Mensch? Was macht er hier? Warum ist er hier? Ist er alleine hier her gekommen? Was ist passiert? All von diesen Fragen konnte ich eine Frage rasch beantworten. Dieser Mensch war die Hiltja. Die Hiltja, die ich sogar kannte.
Ich werde mich kurz unter die Dusche stellen und versuchen alles zu vergessen. Das mache ich oft so, wenn ich meine Gedanken los werden möchte. Ich denke dann, dass das Wasser meine Gedanken wegspült. Ich bleibe so lange unter der Dusche stehen, bis ich das Gefühl habe, dass ich wieder von diesen bösen Gedanken befreit bin.
Die Neugier und die Angst machen es mir nicht einfach, die Wahrheit zu erfahren. Nach der Dusche werde ich laufen gehen, und frische Luft atmen. Die vier Wände in meiner Wohnung erinnern mich in ein Gefängnis. Ich bin ein Gefangener von meiner zwei Persönlichkeiten, die sich nicht einig sind, ob ich ein freier oder ein schuldiger Mensch bin.
Ich weiß, wie Schmerz sich anfühlt. Daher solltest du vor mir keine Angst haben. Ich werde an die anderen Menschen diesen unerträglichen Gefühl, den sie an ihrem Körper fühlen werden, nicht weitergeben. Es muss ja ein großer Kampf im inneren sein, wenn jemand anderen Schmerzen zufügen will und selber keine Schmerzen verträgt. Ich rede hier nicht nur von äußerlichen Schmerzen, sondern auch von dem geistlichen Schmerz, das Gefühl, innerlich verletzt zu sein.
Der Schmerz von einem vertrauten Mensch zu erfahren muss unerträglich und unvergesslich sein. Ob ich jemals so etwas erlebt habe? Diese Frage möchte ich noch nicht beantworten. Die Antwort werde ich in meinem Notizbuch schreiben. Sie soll irgendwann auftauchen, aber nicht jetzt. Man rechnet gar nicht damit, dass ein vertrauter Mensch so etwas tun kann. Man ist nicht in Abwehrhaltung und rechnet gar nicht mit so etwas. Und dann passiert es. Das stelle ich mir so vor, das man ohne Käfig in das Meer einsteigt, in dem die hungrigen Haie schwimmen und versuchen mit ihren scharfen Zähnen ein Stück Fleisch von deinem Körper zu reißen. Dein Körper spürt nur für eine Sekunde die Schärfe eines Skalpells und es brennt und mit der Zeit bist du vom Schmerz so betäubt, dass du das Fehlende gar nicht mehr wahrnimmst.
Für Peregrin waren die Schmerzen immer unvergesslich, die von einem sehr nahe stehenden Menschen, von seinem Vater, hinzugefügt wurden, die nicht nur kleine Ohrfeigen waren, die fast jedes Kind in seinem Leben von seinem Vater oder von einem anderen als eine Strafe bekommen hat. Nein, diese Schmerzen waren nicht immer als eine Strafe für Peregrin sein vergehen gewesen. Für sein Vater war er der einzige Mensch auf dieser Erde, die eine Strafe verdiente, so dachte Peregrin jedesmal, wenn sein Vater sein Ledergurt von seiner Hose ausreiste und in beiden Händen hielt und an Peregrin mit einer lauten Stimme befiehl, dass er sich beugen sollte. An diesen Augenblickte gehorchte Peregrin seinem Vater gegen seinen Willen aber seine körperliche und geistliche Schwäche ließ ihm kein anderer Wahl als vor seinem Vater auf seine Knien zu gehen und sein Kopf mit seinen Händen zu schützen, der nicht mehr als eine Reflex war, der zum Schutz dienen sollte aber nur für seinen Kopf und nicht für den Rest seines Körpers, vor allem nicht für seinen Rücken, an dieser Stelle, dort wo sein Vater am meistens mit dem Ledergurt streifte, die für einen kurzen Moment so schmerzte, dass der Peregrin nicht diesen streifenden Ledergurt spürte sondern nur den Geräusch hörte aber dem anschließenden brennenden Schmerz ohne Schrei spürte. Sondern, weil sein Vater sich nicht traute andere Menschen zu bestrafen, bestrafte er seinen eigenen Sohn und fügte ihm Schmerzen, die er für ihn immer als eine Erinnerung geblieben sind, die auch die einzigen waren, mit seinem Vater in Verbindung bringen konnte. Sein Vater war biologisch sehr nahe zu ihm gestanden aber zwischen Peregrin sein Herzen und seinem biologischen Vater waren ganz große Graben, die er für das unübliches Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater nicht mal die passenden Worte finden konnte, weil sie gar nicht gaben.
Diese Schmerzen waren für ihn nicht die unerträglichsten sondern der Schmerz, der auch von seinem Vater stammt, die Lieblosigkeit und Darstellung von seinem eigenen Sohn als ein fremder Mensch in der Familie, tat Peregrin am meisten in seinem Herzen weh.
Peregrin strebte in seinem Leben nach Einfachheit an. Er war ein Gegner von Komplexität, weil Komplexität für ihn schwer verständlich war und auch für die anderen Menschen. Er glaubte sogar, dass die Menschen, die die Komplexität schaffen, manchmal selber Mühe hatten sie zu verstehen. Die Komplexität ist nicht durchschaubar und erinnerte Peregrin an eine dunkle Welt. Wenn man sich in so einer dunklen Welt bewegen will, musste auch List, die Weisheit mit sich tragen, die aber bei jeder Komplexität anders war und etwas was nicht alle besitzen können. Aber die Einfachheit war für Alle zugänglich dachte er. Es war auch ihm bewusst, dass man mittels Komplexität die Einfachheit erreichen kann. Es war für Peregrin nicht immer einfach, die Komplexität aus dem Weg zu schaffe, weil hm manchmal die Weisheit fehlte, das Licht nach dem er suchte.
Ich muss mein Leben unter Kontrolle zu bringen. Ich weiß, dass das nicht einfach sein wird und vielleicht werde ich mich damit überfordern, alles unter Kontrolle zu halten.
Kennen Sie die Angst, das jemand Sie fragt, ob Sie mit diesem Geschehen etwas zutun haben? Ich scheue mich an jemanden etwas zu fragen oder mit jemand in Kontakt zu treten.
Sie heißt Hiltja.
Die Angst, der Schmerz und der Respekt waren der Herrscher von Peregrin sein Körper. Sie kontrollierten sein Leben und bestimmten sein Verhalten gegenüber den anderen Menschen. Peregrin war ein Sklave von diesem Trio. Sie begleiteten ihn seit seiner Kindheit. Das Trio wurde in seinen Gedanken eingeprägt oder wenn wir in Peregrin seinen Wörter beschreiben, in seinen Gedanken eingraviert. Die Reihenfolge von diesen Wörtern war nicht das wichtigste sondern das Gehorchen. Peregrin musste akzeptieren, dass er selber ein Untertan ist und sein Vater der Herrscher, der das Trio gegen ihn ständig bereit hatte, wenn Peregrin jemals auf die Idee kommt, nicht ihn zu gehorchen. In der Vergangenheit hat Peregrin ein paar Mal versucht, gegenüber seinem Herrscher Nein zu sagen und nach seiner eigenen Meinung zu handeln. Er wurde aber jedesmal bestraft und die Bestrafungen wurden immer härter, wenn er ein weiterer Versuch gestartet hat. Für seinen Vater war es wichtig, dass der Peregrin vor ihm Angst hatte und diese Angst auch lebte. Er sorgte immer wieder dafür mit seinen spontanen und meistens unbegründeten Bestrafungen diese Angst am Leben zu erhalten. Wenn Peregrin nach dem Grund fragte, antwortete sein Vater meistens, dass er seine Respektlosigkeit gegenüber ihm bestrafe. Peregrin versteckte sich von seinem Vater und wenn möglich vermied er Begegnungen mit seinem Vater.
In seiner Kindheit versuchte er immer wieder eine andere Person zu sein, die gegenüber seinen Kollegen eine andere und von außen erkennbare Eigenschaft zu haben. Er hatte gemeinsame Eigenschaften mit seinen Kollegen, die in der Anzahl immer weniger als zwei Handvoll waren und meistens sich in kurze Zeitabstände wechselten, weil er das Gefühl hatte, sie wollen von ihm Profit ziehen. Er hatte nicht viele Möglichkeiten, sich Eigenschaften zu leisten, die seien Kollegen nicht hatten. Diese mangelnde Möglichkeit brachte ihn dazu in seinem Leben auch auf die Details zu achten. Die Details, die im Alltag vielen gar nicht auffallen würden.
Er hatte in seiner Kindheit immer wieder Kollegen gehabt. Diese Kollegen haben ihn aber nach einer kurzen Zeit verlassen, obwohl er sich immer wieder mit der Argumentation getröstet hat, dass diese Kollegen nicht in der Lage waren, ihn zu verstehen. Er schenkte seine neuen Kollegen Sachen, die er entweder meistens von dem anderen Geschenk erhalten hatte oder mit seinem eigenen Taschengeld gekauft hatte und seinen Spaß bereits erlebt hat. Ein Kollege in der Schule, den er gerade vor zwei Wochen gewonnen hatte, kam zu ihm und fragte ihn, ob sie untereinander Geschenke geben können. Jeder durfte für den anderen etwas kaufen und nach der Schule schenken.
Dieses Trio war der Herrscher über ihn und wie jeder Untertan musste Peregrin seinem Herrscher gehorchen.
Er fühlte sich wie ein Gefangener in einem Gefängnis, der von seiner Unschuld überzeugt ist. Die Mauern von seiner Zelle waren aus Respekt, Angst, Schmerz und Tod gebaut. Die vier Wörter, die sein ganzes Leben regierten, haben ihn seit seiner Kindheit verfolgt.
Der Respekt wurde mir sehr früh beigebracht und war immer von der Angst und dem Schmerz begleitet. Die Angst war der Lehrer, der mir den Respekt gelehrt hat. Wenn ich die Gegenseite nicht respektierte, wurde mir die Angst vor mein Auge geführt. Der Schmerz von einem Schlag auf mein Gesicht oder wenn ich versucht habe zu flüchte, an irgendeiner Stelle von meinem Körper berührte, löste bei mir Schmerzen aus. Diese Schmerzen wurden nicht immer von einer Hand ausgelöst sondern ein Stock oder der Ledergurt, den ich immer respektierte lösten in mich einen unbeschreiblichen Gedanken aus, die mir nur befohlen hat, zu flüchten. Zu flüchten an einem Ort, in dem ich mich sicherfühlte waren meistens Orte die dunkel waren. Daher kommt meine liebe in die Dunkelheit, weil sie mich immer vor den Schmerzen schützte, die von den bekannten Personen verursacht wurden.
Peregrin musste sehr früh lernen, was Respekt bedeutet. Für ihn war der Respekt die Angst und der Schmerz. Der Schmerz wurden ihn immer wieder hinzugefügt, wenn sich geweigert hat, Angst zu haben. Er wurde bestrafft, wenn er sein Respekt nicht gezeigt und sich vor der Angst gebeugt hat. Er musste die Schmerzen erleben, die für ihn fast eine Selbstständigkeit wurden. aber er selber nicht akzeptieren konnte, dass jemand ihn Schmerzen hinzufügt.
Der von mir verlangte Respekt war nicht verdient sondern dieser wurde mir gezwungen, in dem sie mir Angst jagten und Schmerz hinzufügten. Ich musste gehorchen, weil sie stärker waren als ich. Aber, ich lebte immer mit dem Gedanken in mich, dass ich eines Tages diesen Menschen nicht mehr gehorchen musste. Die Zeit wird aber zeigen, das ich nicht mein Lebenslang sie gehorchen werde. Sobald ich die nötige Stärke besitze, werde ich sie nicht mehr respektieren.
Die erste Begegnung mit Hiltja war in einem Irish-Pub. Ich wollte in diesem vollen Pub mein zweites Guinnes Pint bestellen. Ich stand in der Schlange vor der kleinen Theke wie viele anderen, die ihren Durst weiter mit Alkohol löschen wollten, als sie vordrang ohne dabei zu achten, dass ihre Füße meine trampelte.
Die Hiltja sagte zu mir, genau das, was ich nicht hören wollte. Nämlich das, dass sie, vor mir kein Respekt hat. Der Moment war sehr ungünstig, so etwas zu sagen. Ich wollte von ihr eine Bestätigung haben, dass sie mich respektiert. Genau so wie ich bin. Aber das hat nicht gemacht. Mein erster Gedanke war, sie zu bestrafen. Ich habe das so gelernt. Wenn jemand kein Respekt hat, dann muss der die Angst spüren und den Schmerz erleben.
Ich hätte gerne den Respekt gehabt, der auf definierte Grenzen und Vertrauen aufgebaut hat. Die Grenzen waren definiert, aber dabei war meine Meinung nicht gefragt worden. Sondern, sie haben diese Grenzen definiert.
Die Wahrheit war die ganze Zeit in mich, aber ich habe sie unterdrückt, bis sie nicht mehr atmen konnte und bis meine Ohren seine Schreie nicht mehr hörten. Eine Hülle umhüllte sie, die von mir jeden Tag verstärkt wurde. Irgendwann gab sie auf und bereitete sich für den Tod vor, den sie vor sich hatte. Die Schwäche wurde immer stärker und zwang sie zum aufgeben und gewann den Kampf. Irgendwann wurde sie ganz still, sie atmete nicht mal. Dann ist sie gestorben. Vielleicht meine ich das nur so. Die Frage ist hier, die ich mir immer wieder stelle, ob die Wahrheiten sterben und von dieser Welt verschwinden? Vielleicht hat sie sich in die Händen von Zeit überlassen und wartete darauf eines Tages von jemanden entdeckt zu werden, wie eine Schatzkiste in einem tiefen Meer.
Bereits als Kind wünschte sich Peregrin ein eigenes Zimmer. Er wollte das Zusammensein mit seiner Einsamkeit genießen. Seine Einsamkeit bedeutete für ihr sehr viel, weil er selten alleine war. Jemand begleitete ständig und es waren meistens unterschiedliche Personen, die er zum Teil auch gar nicht kannte. Die Begleitung nimmt er meistens eine Art Überwachung wahr. Seine Begleitung redete sehr selten mit ihm. Die einzelnen Gespräche waren meistens Monologe, die er meistens als Befehle wahr nahm.
Die meisten Bilder sind Ölbilder, die er bei den Flohmärkten zufällig ausgesucht und gekauft hat. Sein Besitzt wollte er ständig vor eine Augen haben und das war der Grund, warum er das, was er besaß auch an den Wänden aufhängte. Es waren auch alte Küchenutensilien an den Wänden und sogar ein
Die Wände in seinem Wohnzimmer erinnern sich an eine Kunstaustellung von einem Künstler, der seine eigenen Bilder und Kunstobjekte ausgestellt hat. Die Wände sind von oben bis unten mit Bildern, Fotos und Gegenständen bedeckt. Die Wand ist mit so vielen Objekten bedeckt, man erkennt die Wandfarbe nur durch die Lücken zwischen den Objekten. Der Grund, warum die Wände mit so vielen Gegenständen bedeckt waren, dass er die Erinnerungen im Leben erhalten wollte. Er glaubte, wenn er einen Gegenstand weg wirft, der mit einem Erlebnis in Verbindung stand, dass er dann auch die Erinnerung mit diesem Gegenstand zusammenhängt, vergessen wird. Auch wenn die Wände fast keinen freien Platz mehr für neue Erinnerungen mehr hatten, hat er nicht mit der Gedanke gespielt, diese Gegenstände aufzuräumen.
Es war ein Freitagabend als Peregrin die Hiltja zum letzen Mal sah. Peregrin seine Gefühle waren gemischt. Er konnte sich zwischen Freude und Trauer nicht entscheiden. Ein weiterer Kampf zwischen den zwei Persönlichkeiten fing an. Er war sich nicht sicher, ob das, was Hiltja ihm vor ein paar Minuten erzählt hat, wirklich das war, was sie auch wollte. Er glaubte nicht, dass das, was er vorhin zwischen den Lippen von Hiltja gehört hat, die Wahrheit war. Er malte in seinem Kopf ein Bild und das Bild musste genau das sein, was die Hiltja sich auch gemalt hat. Hiltja wollte Peregrin nicht verletzen. Sie wollte nicht, dass er zu einem späteren Zeitpunkt starke Schmerzen empfindet und aus diesem Grund wollte Hiltja diese Beziehung beenden. Ob die Zeit für Peregrin eine traurige oder freudige Zeit sein wird, wussten die beiden Persönlichkeiten nicht. Dieser Moment war einer von den wichtigsten Momenten im Leben von Peregrin. Die beiden Persönlichkeiten waren sich genau bei diesem Punkt einig. Peregrin oder bessergesagt, einer von diesen zwei Persönlichkeiten, die sich Körper von Peregrin befinden, war in sie verliebt. Vielleicht ist das Wort verliebt nicht die richtige Formulierung.
Peregrin stellte sich hunderte von Fragen, warum Hiltja ihn nicht mehr treffen wollte. Sie möchte alle Brücken abreißen, damit niemand hinter ihr rennen kann. Genau das war der Grund, dachte Peregrin, warum sie die Beziehung mit Peregrin unterbrach. Sie wusste genau, dass der Peregrin immer ihr helfen wird, wenn sie in Schwierigkeiten steckt. Aber sie wollte das nicht. Sie war eine sehr selbstständige Frau. Sie wollte ihr Weg im Leben selber und alleine bestimmen. Auch Peregrin hat alles Brücken die den anderen zu ihm Zugang geschafft haben, abgerissen. So konnte er sicher sein, dass Niemand ihn verfolgen und er ein neues Leben beginnen kann. Eine Brücke hat dazu gedient, dass jemand an ihm Zugang schaffen kann. Die Person konnte nur über diese Brücke zum Peregrin kommen. Manchmal waren diese Brücken nicht stabil genug, dass sie stürmische Wetter überstand. Er bemühte sich auch nicht um die jede Brücke, weil er nicht alles wichtig fand.
Die Liebe gegenüber Hiltja hat keine Zukunft gehabt. Hiltja war eine sehr selbstständige Frau. Sie hat ihr Leben immer selber gestaltet. Die Entscheidungen in ihrem Leben immer selber getroffen. Die Konsequenzen von diesen Entscheidungen auch selber auch selber getragen. Sie war eine Frau, die selber für eigene Unabhängigkeit kämpfte. Irgendetwas musste sie ja zusammenbringen. Was war das genau?
Sie war für Peregrin eine Person, die außerhalb des Kreises stand. Es waren mehrere Kreise, die Peregrin in seinem Kopf Kreise gezeichnet hat. Er ordnete jeden Menschen an einem von diesen Kreisen.
Die Eifersucht veränderte sein Leben. Er wollte sie nur für sich haben aber er konnte sich nicht erklären, warum. Er musste sich ein Mal mehr vor der Eifersucht beugen und sein Respekt zeigen, in dem er sich von der Eifersucht herrschen ließ.
»Ich bin der Peregrin und ich bin der, die ihre Zukunft geschrieben hat« sagte Peregrin. Aber, er unterschätze die Wahrheit. Die Wahrheit ist ein Tyrann und sie gewinnt meistens.
Als Kind war er oft in Gedanken gesunken. Er schaute während des Unterrichts aus dem Fenster oder fokussierte seine Blicke zu irgendeinem Objekt oder einer Person und blieb in dieser Position bis er wahr nahm, dass er gar nicht in der Gegenwart war sondern wieder in einer Reise in der Vergangenheit.
Seinen Feind hat er bisher nur gespürt und ihn akzeptiert aber Peregrin hat ihn bisher nicht gesehen. Er wollte seinen Feind sehen aber wusste nicht wie. Er bat ihn sich zu zeigen aber wie immer gab sein Feind auch in diesem Fall keine Antwort und reagierte gar nicht auf sein Wunsch, bis eines Tagen Peregrin vor dem Spiegel stand, in einem sehr schlechten und heruntergesunkenem Zustand. Da entdeckte er im Spiegel ein Bild, das nicht ihm selbst gehörte aber sein Gestalt ähnelte. An dem Moment wurde Peregrin klar, dass seinen Feind sein Wunsch erfüllen wollte. Er sah im Spiegel das Bild von seinem Feind. Peregrin erinnerte sich immer noch sehr lebhaft an dem Moment, in dem er vor dem Spiegel stand und in einem weinenden aber auch aggressiven Zustand zu seinem Spiegelbild mit einer Wut anschriet, ob es ihm bewusst ist, dass er, nur er alleine an dem Ganzen Schuld ist, wie er sich im Moment fühlt. Er, die Person auf dem Spiegelbild, ein sehr ähnliches Bild wie der Peregrin selbst aber gemäß seine Wahrnehmung war das Gesicht von dieser Person leicht bläulich und in grün gefärbt. Sein Spiegelbild reagierte auf die emotionsvolle Feedback von Peregrin gar nicht und seine Blicke waren weiterhin an Peregrin gerichtet wie wenn mit all den Aussagen von Peregrin einverstanden wäre und sein Schuld sogar akzeptierte. Und genau das machte Peregrin noch aggressiver, weil er von seinem Feind erwartete, dass die sich entschuldigt und Peregrin versicherte, dass so etwas nie wieder vorkommen wird, wie Peregrin in der Vergangenheit gegenüber sein Vater sich dargestellt hat. Die Situationen und der Moment musste für einen Außenstehenden unverständlich gewesen sein, wenn man die ganze Geschichte nicht gekannt hat.
Sein Feind liess sich ständig mit seinen Fallen gegen Peregrin bemerkbar machen. Peregrin ahnte, dass demnächst wieder eine Falle, von seinem Feind mit höchster Präzision für ihn vorbereitet wurde, auf ihn wartete. Die Fallen waren mit so einer Sorgfalt zusammengestellt, dass für Peregrin meistens als ein normales Geschehen und ein Teil von seinem alltäglichen Leben vorkamen aber sobald er in dieser Falle war, spürte Peregrin die Freude von seinem Feind mit einem böses Lachen aus dem Inneren.
Jeder lebt in einer eigenen Welt. Bei Peregrin war es nicht die eigene Welt.
Für Peregrin gab es keine eigene Welt, sondern nur die Welt der Anderen. Er hat sein Leben immer nach den Wünschen von den anderen gerichtet und versucht, in dieser Welt zu überleben.
Er stellte sich die Frage, wem das Leben gehörte und wer für die Taten zuständig war. Er wollte für die Taten von seinem Feind nicht zuständig sein. Sein Körper soll nur die Schmerzen von seinen Taten spüren, das war Peregrin sein Wunsch. Aber, er durfte das nicht alleine entscheiden. Sein Feind zeigte Peregrin in jeder Gelegenheit, dass er auch sein Körper einen Anspruch hatte und diesen Anspruch sogar immer geltend machte. Peregrin führte ein Kamp mit sich selbst. Er glaubte an einem Sieg, den er eines Tages erreichen wird. Aber, er wusste auch, dass er noch lange kämpfen musste.
Er wünschte sich sehr, das Gefühl von Freiheit zu erleben.
Die Menschen beobachten stellte für Peregrin einen Schauplatz dar, teer ihm eine unendlich komplexe Symphonie geistiger und körperlicher Herausforderungen bedeutete. Er bereitete in seinem Kopf vor und ließ die Menschen in diesen Szenen spielen. Aber, er konnte es nicht akzeptieren, wenn die Spieler von seinem Drehbuch abweichten.
Er war total in seinem Tun absorbiert. Er fühlte sich entspannt, angenehm und energievoll. Den Kontakt mit dem Rest der Welt hat er verloren. Er war sehr vertieft, in das, was er tut
Der Mensch wird immer schwererer, wenn er das Abgeschlossene in seinem Leben mitschleppt. Warum ist es schwierig, abgeschlossenes liegen zu lassen? Vielleicht weil sie nicht abgeschlossen ist?
In seinem Leben war eine Phase, in der Peregrin Fotos und Schriftstücke, die ihn an die Vergangenheit erinnerten, vernichtet hat. Er verbrannte sie einzeln und genießte die Augenblicke, wie diese im Feuer verschwanden. Es waren keine Geheimnisse, die er vernichtete, sondern in seinen Worten waren sie Laste aus seiner Vergangenheit, die er immer mitgeschleppt hat. Es waren Erinnerungen, die ihn an seine Vergangenheit erinnerten. Er glaubte daran, wenn er diese Laste vernichtet, dann kann er ein neuer Anfang beginnen und eine neue weiße Seite in der Gegenwart öffnen. Die Vergangenheit verschwand im Feuer, glaubte Peregrin. Das war ein weiterer Versuch in seinem Leben um einen neu Anfang zu beginnen.
Der Last den wir im Leben tragen wird immer schwerer, wenn wir die abgeschlossene Erlebnisse mitschleppen. Warum ist es so schwierig, diese Erlebnisse einfach mal liegen zu lassen und uns auf die Zukunft zu konzentrieren?
Peregrin fragte sich, wie die Menschen ihn wahrnehmen, die er irgendwann und irgendwo begegnet hat. Er wollte wahrgenommen werden, aber nach seinen eigenen Vorstellungen. Seine eigene Wahrnehmung von sich selbst war für ihn nicht genug, weil er selber nicht das Bild vor sich sah, den er sich wünschte. Er sagte sich immer wieder, »ich bin nicht das, was ich wahrnehme«. Er dachte, dass es etwas in diesem Bild fehlte. Das Etwas, was in seinem Leben nicht existierte und auch nicht in seiner existiert hat. Die Suche nach dem Etwas hat ihn dreißig Jahre gekostet und er hat das fehlende Etwas immer noch nicht gefunden. An solchen Momenten waren seine Blicke meistens in eine leere Welt gerichtet, die er als bedeutungslose Blicke und leere Momente bezeichnete. Eine Welt, ohne Blicke von anderen Menschen und ohne einen Sinn zu haben. Seine Stille da sein verstärkte sein Gefühl von einer leeren und bedeutungslosen Welt, wie er das auch wahrnahm.
Er schaute in die Augen von Hiltja, damit er den Ausdruck in ihren Augen in seine Gedanken einprägen kann. Und so an sie denken kann.
Peregrin spürte eine Entfremdung zwischen Hiltja und ihm. Die Hiltja verhielt sich in letzter Zeit distanzierter gegenüber Peregrin. Die Gespräche mit Hiltja, die Peregrin immer sehr geschätzt hatte, waren nicht mehr so offener wie früher. Sie erzählte meistens aus der jüngster Vergangenheit, aus den letzten ein paar Tagen und nicht wie früher über den gesamten Zeitabschnitt seit sie sich letztes Mal getroffen haben. Früher hat Hiltja bevor sie angefangen hat zu erzählen, was Alles in ihrem Leben seit dem letzten Treffen passiert ist, erkundigte sich bei Peregrin, wann das letzte Treffen war. Für Peregrin war Entfremdung nicht unbekannt. Er hat in seiner Kindheit mehrere Male erlebt, wie die Kollegen zu ihm Abstand genommen haben und ihm dann nach einer späteren Zeit verlassen haben. Aber diesmal, wollte er gar nicht an so etwas denken. So etwas durfte diesmal gar nicht passieren. Er dufte nicht nochmals in seinem Leben eine Person verlieren.
Wie ein Baum seine Blätter im Herbst verliert, begann für Peregrin ein Herbst, in dem seine Kollegen und die Personen, die für ihn viel Bedeuteten und ihre Zeit für ihn geopfert haben, zu verlieren. Er nahm das Ganze auch wahr, dass die Zeit für die Einsamkeit für ihn angefangen hat. Er wusste, dass er bald alleine, ganz alleine bleiben wird.
Er bestellte ein Desperados Bier. Das Bier hat er zum letzten Mal mit Hiltja zusammen getrunken. Hiltja nannte damals das Bier als Getränk von einem ewigen Abschied. Er möchte nochmals schmecken, wie der Abschied damals geschmeckt hat.
Peregrin spielte in seinem Kopf verschiedene Szenarien durch, wie er mit Hiltja zusammen eine Nacht verbringen möchte. Eine Freiheit, die er von Zeit zu Zeit genoss und diesen Freiheit konnte Niemand ihn verbieten, solange er seine Augen schließen konnte und sich in das undendliche Ozean der Träume warf und dort anfing zu schwimmen. Er hat aber lange Zeit verzögert sich mit solchen Szenarien zu beschäftigen, weil er Angst hatte, dass eines Tages aus so einem Spiel eine Wahrheit werden kann und er wirklich in so einem Spiel spielen muss, ohne dabei seine Augen nicht schließen darf.
Die Nacht musste unvergesslich sein und für immer in Erinnerungen bleiben. Eine unvergessliche Nacht erleben bis die Sonne sich zeigt und bis das größte Teil von Menschen sich wieder in das Leben werfen, einen neuen Tag anzufangen und mit wieder mit neuen Hoffnungen auf ein besseres Leben.
Es war Peregrin auch bewusst, dass nicht vor jedem flüchten konnte, mit dem er Probleme hat, wie mit seinem Vater. Sein verfolgte ihn in seinen Träumen.
Er hatte eine Idee, wie er erfahren konnte, wie ihre Wohnung aussieht und wie sie lebt. Er hat seit paar Tagen in seinem Kopf an diesen Plan gearbeitet. Irgendwie musste er an den Schlüsselbund von Hiltja. Und wenn Hiltja an die Arbeit geht, dann konnte er in seiner Wohnung gehen.
Die Realität war mein Albtraum.