Es war morgens fünf Uhr, als Peregrin plötzlich hochgeschreckt aufwachte. Sein Herz klopfte so schnell, dass er die Schläge seines Herzens bis zu seinem Hals spürte. In seinem Schlafzimmer war es noch dunkel und das Tageslicht war noch nicht in seinem Zimmer angekommen. Er richtete sein Auge auf die Decke und versuchte in seinem schläfrigen Zustand seine Umgebung zu erkundigen, um sicher zu sein, dass er nicht mehr dort ist, wo er in seinem Albtraum war.
»Ich hatte bisher nie so einen Traum« dachte er. Er hatte das Gefühl, sein Körper und sein Geist befinden sich immer noch in dieser unrealistischen Welt. Das Licht des Mondes leuchtete das Feld, auf dem er lief. Außer ein paar Bäume mit ihren blätterlosen Ästen, war nichts zu sehen. Die Umgebung war so still, dass er beim Laufen eigene Schritte hören konnte. Er spürte die Kälte der Nacht tief in seinen Knochen. Die Kälte streichelte sein Gesicht und hinterließ ein stachelartiger Schmerz. Es war ein Spätherbst Abend. Das Wetter war kalt aber trocken. Er war das einzige Lebewesen weit und breit. Dieser Einsamkeit löste in seinem Kopf Angst aus. Er erinnerte sich, dass er eine Weile auf diesem Feld gelaufen hat. In eine Richtung, die ihm mit der Zeit nicht so unbekannt war. Das fließende Wasser des Baches, der zwischen dem Feld und der Nebenstraße als Grenze diente, störte die Stille der Nacht. Das Licht des Mondes war auf dem fließenden Wasser als glitzerndes und sich bewegende Funkeln sichtbar. Peregrin beschäftigte die Frage, warum er um dieser Zeit dort war, sehr. Er war freiwillig hier, dass wusste er. Niemand hat ihn dorthin geschickt oder ihn gezwungen hier zu sein.
Die Luft in seinem Schlafzimmer war kalt. Sein Körper versteckte sich unter die warmen Decke und weigerte die kalte Luft im Zimmer zu spüren. Das Bett erinnerte ihn an einem Sumpf, in dem sein Körper bis zum Hals festgesteckt ist. Er wollte seinen Körper aus diesem Sumpf befreien, aber er konnte sich nicht konzentrieren, seinen Körper zu bewegen. Seine Gedanken sind so stark mit dem Traum beschäftigt, dass er sich nicht mal an seiner realen Umgebung konzentrieren kann. Er spürte, wie etwas in ihm verhinderte, dass er aufsteht und sich in die reale Welt begibt.
Er schloss seine Augen und atmete tief, um es zu versuchen, in diese nicht realistische Welt einzutauchen. Er dachte an die dunkle Nacht und an das Feld, an den Bach und an die Bäume und an diese Einsamkeit. Die einzelnen Details setzte er wie in einem Puzzle einzeln zusammen um das Bild zu komplettieren. Seine Bemühungen bleiben aber erfolglos, auch wenn er seine Augen noch fester zusammendrückte, gelang Peregrin nicht, in diese Welt einzutauchen. Er gab nach einiger Zeit auf und öffnete seine Augen, blickte auf den Wecker. Es ist noch zu früh zum Aufstehen, dachte er aber stand trotzdem auf und setzte sich am Rand des Bettes. Er nahm sein Kopf zwischen den Händen und fing an sein Kopf zu massieren. Er blickte nach unten und schaute seine Füße und blieb eine Weile so sitzen. Er dachte nach, wie er diese Welt aus seinen Gedanken los werden kann. Aber je mehr er sich anstrengte, mehr quälte ihn die Gedanke, dass das Ganze nicht nur ein Traum war, sondern die Realität selbst.
Der Traum von letzter Nacht war für Peregrin anders als von seinen bisherigen Träumen. Diesmal war das ganze Geschehen in seinem Traum sehr realistischer. Er spürte die Angst in seinem ganzen Körper. Die realistische Darstellung von Szenen im Traum waren immer noch sehr lebhaft in seinen Gedanken.
Peregrin entdeckte in der Nähe des Ufers auf dem Boden ein Objekt. Beim ersten Blick konnte er das Objekt nicht identifizieren. Erst beim näher treten stellte er fest, dass das Objekt ein Menschenkörper war. Er war erschrocken und trat aus Angst ein paar Schritte zurück. Er blieb kurz stehen und beobachtete das Objekt aus einer Entfernung von ein paar Schritten. Ob das seine Neugier war oder etwas anderes, der ihn an diese Körper bewegte, wusste er selber auch nicht. Er berührte ihn ganz kurz und ging sofort wieder ein paar Schritte zurück. Der Körper blieb weiterhin bewegungslos auf dem Boden. Er schaute Hilfe suchend in seine Umgebung, aber er konnte niemanden sehen. Er war nicht mehr ganz alleine wie vor ein paar Minuten, wie er sich dachte und fühlte. Die Wahrnehmung, dass er und der auf dem Boden liegende Körper die Umgebung und die Gegenwart teilten, war nur der Anfang des Ganzen. Nach dem er mit seinem rechten Hand den Kopf des leblosen Körpers drehte, wurde Peregrin sein ganzes Körper in einem Stillzustand gesetzt. Er befand sich in einem unbeschreiblichen Zustand, den er bisher nie erlebt hatte. Von seinem Traum erinnerte Peregrin als letztes, das der leblose Körper nicht mehr eine Unbekannte Person sondern, die Hiltja gehörte.
Die Begegnung mit diesem leblosen Körper löste in mir eine Angst aus, die ich auch mit einem Respekt gegenüber den Toten Menschen verbinde. In meinem Leben waren die Wörter Angst und Respekt immer zusammen. Ich habe in meinem Leben nie einen Toten gesehen. Ich habe immer geflüchtet, wenn es eine Gelegenheit gab, einen Toten zu sehen. Und der Respekt. Ich hatte Respekt vor allem, die grösser und mächtiger waren als ich.
Die Hiltja war eine geheime Freundin von Peregrin. Nur er kannte sie. Er hat mit niemanden über sie geredet. Er hat sie von Zeit zu Zeit getroffen. Für Peregrin war sie eine Freundin, die Respekt und Vertrauen verdiente. Die beiden hatten auch ähnliche Vorstellungen über die Welt und über das Leben. Sie haben sich monatlich einmal getroffen aber in letzter wurde diese Zeit kürzer geworden Was sie unternehmen wollten haben die beiden meistens spontan entschieden. Für den Peregrin war es wichtig, sie zu sehen. Er konnte mit ihr über alles reden, die ihn beschäftigten. Die Gespräche mit Hiltja waren eine Art Therapie für ihn.
Er war mit seinem lebendigen Körper dort anwesend und er hat das Ganze an seinem eigenen Leib gespürt. Dieser Gedanke löste in seinem Kopf Angst aus und versuchte so eine Vorstellung bewusst zu unterdrücken. Aber der Gedanke dort gewesen zu sein kam immer wieder hoch und seine Angst wurde immer grösser. Die Kälte spürte er immer noch und im Zimmer war es so still wie in seinem Traum. Sein Zweifel nahm immer mehr zu, dass es sich nicht um einen Traum handelte, sondern, um ein wahres Geschehen. Er war dort und er war eine lebendige Person in dem Ganzen. Das Ganze hat nicht nur in seinen Gedanken stattgefunden, sondern auch sein Körper ist Zeuge von allem dachte er.
Er träumte viel und er konnte sich selten an seine Träume nach dem Aufwachen erinnern. Aber dies Mal war es für ihn ganz anders. Er war der Protagonist in diesem Traum.
Kennen Sie das Gefühl, sich mit zwei Persönlichkeiten auseinander zu setzen? Die Beiden befinden sich in ihrem Körper und sie sind sich nie einig. Sie sind einer von diesen Persönlichkeiten und Sie müssen ständig die zweite Persönlichkeit davon überzeugen, dass Sie Recht haben. Sie entscheiden sich für etwas aber die zweite Persönlichkeit versucht Gegenargumenten für ihre Entscheidung zu liefern und dann sind Sie sich plötzlich nicht mehr sicher, ob Sie an ihrer Entscheidung festhalten sollen. Sie verlieren mit der Zeit ihre Durchsetzungsvermögen gegen ihn und verzweifeln an sich selbst, ob Sie jemals selber entscheiden können. Ein hin und her beginnt. Genau das erlebe ich im Moment. Meine zweite Persönlichkeit glaubt, dass ich dort war, aber ich leugne das und versuche meine zweite Persönlichkeit davon zu überzeugen, dass das Ganze nur ein Traum war. Ich habe nur geträumt.
Die Begegnung mit einem mit diesem leblosen aber bekannten Körper löste in Peregrin keinen Angst aus, sondern eine Freude. Eine Freude von dem Gefühl einer Erleichterung getrieben wird. Sein Gesicht bestätigte seine Freud. Ein kleines Lächeln war auf seinem Gesicht zu erkennen, den er aber nur kurz genießen konnte. Er wollte diese Freude in sich lassen und mit niemanden teilen. Er wandelte seine Freud am Gesicht sofort in eine Trauer um.
Peregrin war von der Idee besessen, dass er nicht alleine war. Sein Gewissen ließ ihn jedoch keiner Ruhe und brachte ihn am Rand des Wahnsinns.
Ich möchte nicht sagen, dass ich ein Doppelleben führe. Aber ich habe das Gefühl, dass ich in mir noch eine Person habe, die ständig versucht, mich gegen meinen Willen zu steuern. Ich werde dir keine Schmerzen tun aber diese zweite Persönlichkeit zwingt mich fast dazu dich unter Schmerz zu setzen.
Der Gedanke, dort gewesen zu sein, quält mich so sehr, dass ich im Moment ein starker Druck in meinem Kopf spüre. Ich sitze immer noch am Bettrand und schüttle mein Kopf hin und her und massiere mit meinen beiden Händen meinen Scheiteln. Im Spiegel sehe ich mich selbst, der eine
Ich stehe auf und gehe in meinem Arbeitszimmer und suche in meinem Bücherregal nach dem schwarzen Notizbuch, den ich vor einiger Zeit gekauft aber bisher keine Notizen eingetragen habe. Ich muss meine Bücher sortieren. Die gelesenen und ungelesenen und die alten von den neuen muss ich voneinander trennen. Nach dem ich es gefunden habe, nehme ich das Notizbuch aus meinem Bücherregal. Ich öffne seine Seiten und schaue die weißen Blätter an und denke, dass diese Seiten meine einzige Rettung sind. Was für einen Gedanken ist das, frage ich mich. Ein Notizbuch soll mich retten?
Ein neues Notizbuch mit seinen weißen Seiten und unberührt. Es ist bereit meine Gedanken aufzunehmen, von der gestrigen Nacht aufzunehmen und für eine Ewigkeit für sich zu behalten, bis jemand es öffnet und an-fängt sie zu lesen. Ich muss mich absichern und genau das Notizbuch in meinen Händen wird meine Absicherung sein. Ich gebe zu, dass ich Angst habe, von dem, was gestern Nacht passiert ist. Was mache ich, wenn das kein Traum war?
Wenn jemand sich nicht mehr bewegt und einfach da liegt, kann das ja nicht heißen, dass der Körper nicht mehr lebt. Vielleicht ist die Person bewusstlos und wird die Person bald wieder zu sich kommen.
In meinem Traum, während ich den Bach entlang gelaufen bin, konnte ich am Hang etwas Dunkles erkennen. Erst nach dem ich mich an das undefinierte Objekt langsam genähert habe, sah ich, dass es sich um einen Menschenkörper handelte. Einen Menschenkörper, in schwarzen Kleidern war auch nicht leicht zu erkennen. Erst nach dem ich sein Gesicht gesehen habe, war ich mir sicher, dass es sich um einen Menschen handelte. Sein Körper war auf die Seite gelegt, wie wenn dieser Mensch gemütlich auf dem Boden schlafen würde. Ich habe mich an sein Gesicht fokussiert und nach einem Lebenszeichen gesucht. Seine Augen waren geschlossen und seine Wimpern bewegten sich auch nicht. Sein Brustkorb bewegte sich auch nicht, obwohl ich ein paar Sekunden lang ohne mich zu bewegen diesen Menschen beobachtet habe. In diesen ein paar Sekunden stelle ich mir so viele Fragen, die ich nicht mal nach mag über diese Fragen nach zu denken. Lebt dieser Mensch noch? Wer war dieser Mensch? Was macht er hier? Warum ist er hier? Ist er alleine hier her gekommen? Was ist passiert? All von diesen Fragen konnte ich eine Frage rasch beantworten. Dieser Mensch war die Hiltja. Die Hiltja, die ich sogar kannte.
Ich werde mich kurz unter die Dusche stellen und versuchen alles zu vergessen. Das mache ich oft so, wenn ich meine Gedanken los werden möchte. Ich denke dann, dass das Wasser meine Gedanken wegspült. Ich bleibe so lange unter der Dusche stehen, bis ich das Gefühl habe, dass ich wieder von diesen bösen Gedanken befreit bin.
Die Neugier und die Angst machen es mir nicht einfach, die Wahrheit zu erfahren. Nach der Dusche werde ich laufen gehen, und frische Luft atmen. Die vier Wände in meiner Wohnung erinnern mich in ein Gefängnis. Ich bin ein Gefangener von meiner zwei Persönlichkeiten, die sich nicht einig sind, ob ich ein freier oder ein schuldiger Mensch bin.
Ich weiß, wie Schmerz sich anfühlt. Daher solltest du vor mir keine Angst haben. Ich werde an die anderen Menschen diesen unerträglichen Gefühl, den sie an ihrem Körper fühlen werden, nicht weitergeben. Es muss ja ein großer Kampf im inneren sein, wenn jemand anderen Schmerzen zufügen will und selber keine Schmerzen verträgt. Ich rede hier nicht nur von äußerlichen Schmerzen, sondern auch von dem geistlichen Schmerz, das Gefühl, innerlich verletzt zu sein.
Der Schmerz von einem vertrauten Mensch zu erfahren muss unerträglich und unvergesslich sein. Ob ich jemals so etwas erlebt habe? Diese Frage möchte ich noch nicht beantworten. Die Antwort werde ich in meinem Notizbuch schreiben. Sie soll irgendwann auftauchen, aber nicht jetzt. Man rechnet gar nicht damit, dass ein vertrauter Mensch so etwas tun kann. Man ist nicht in Abwehrhaltung und rechnet gar nicht mit so etwas. Und dann passiert es. Das stelle ich mir so vor, das man ohne Käfig in das Meer einsteigt, in dem die hungrigen Haie schwimmen und versuchen mit ihren scharfen Zähnen ein Stück Fleisch von deinem Körper zu reißen. Dein Körper spürt nur für eine Sekunde die Schärfe eines Skalpells und es brennt und mit der Zeit bist du vom Schmerz so betäubt, dass du das Fehlende gar nicht mehr wahrnimmst.
Ich muss mein Leben unter Kontrolle zu bringen. Ich weiß, dass das nicht einfach sein wird und vielleicht werde ich mich damit überfordern, alles unter Kontrolle zu halten.
Kennen Sie die Angst, das jemand Sie fragt, ob Sie mit diesem Geschehen etwas zutun haben? Ich scheue mich an jemanden etwas zu fragen oder mit jemand in Kontakt zu treten.
Sie heißt Hiltja.
Die Angst, Schmerzen und Respekt. Die Reihenfolge von diesen Wörtern lässt sich beliebig ändern. Aber beim Peregrin war das Wort Respekt immer an der ersten Stelle. An der zweiten Stelle stand immer das Wort Schmerz. Der Schmerz, der meistens das dritte Wort die Angst immer mehr in seine Gedanken einprägte.
Die Angst, der Schmerz und der Respekt. Die drei Wörter, die mein Leben völlig unter Kontrolle halten und mein Verhalten bestimmen. Ich bin ein Sklave der diesen Trio, die mich immer begleitet haben und so lange begleiten wird, bis ich keinen Schmerz mehr spüren kann.
Ich bin ein Gefangener in einem Gefängnis. Die Mauern von meiner Zelle von Respekt, Angst, Schmerz und der Tod. Die vier Wörter, die mein ganzes Leben regieren.
Der Respekt, die Angst, der Schmerz und der Tod.
Der Respekt wurde mir sehr früh beigebracht und war immer von der Angst und dem Schmerz begleitet. Die Angst war der Lehrer, der mir den Respekt gelehrt hat. Wenn ich die Gegenseite nicht respektierte, wurde mir die Angst vor mein Auge geführt. Der Schmerz von einem Schlag auf mein Gesicht oder wenn ich versucht habe zu flüchte, an irgendeiner Stelle von meinem Körper berührte, löste bei mir Schmerzen aus. Diese Schmerzen wurden nicht immer von einer Hand ausgelöst sondern ein Stock oder der Ledergurt, den ich immer respektierte lösten in mich einen unbeschreiblichen Gedanken aus, die mir nur befohlen hat, zu flüchten. Zu flüchten an einem Ort, in dem ich mich sicherfühlte waren meistens Orte die dunkel waren. Daher kommt meine liebe in die Dunkelheit, weil sie mich immer vor den Schmerzen schützte, die von den bekannten Personen verursacht wurden.
Der von mir verlangte Respekt war nicht verdient sondern dieser wurde mir gezwungen, in dem sie mir Angst jagten und Schmerz hinzufügten. Ich musste gehorchen, weil sie stärker waren als ich. Aber, ich lebte immer mit dem Gedanken in mich, dass ich eines Tages diesen Menschen nicht mehr gehorchen musste. Die Zeit wird aber zeigen, das ich nicht mein Lebenslang sie gehorchen werde. Sobald ich die nötige Stärke besitze, werde ich sie nicht mehr respektieren.
Die erste Begegnung mit Hiltja war in einem Irish-Pub. Ich wollte in diesem vollen Pub mein zweites Guinnes Pint bestellen. Ich stand in der Schlange vor der kleinen Theke wie viele anderen, die ihren Durst weiter mit Alkohol löschen wollten, als sie vordrang ohne dabei zu achten, dass ihre Füße meine trampelte.
Die Hiltja sagte zu mir, genau das, was ich nicht hören wollte. Nämlich das, dass sie, vor mir kein Respekt hat. Der Moment war sehr ungünstig, so etwas zu sagen. Ich wollte von ihr eine Bestätigung haben, dass sie mich respektiert. Genau so wie ich bin. Aber das hat nicht gemacht. Mein erster Gedanke war, sie zu bestrafen. Ich habe das so gelernt. Wenn jemand kein Respekt hat, dann muss der die Angst spüren und den Schmerz erleben.
Ich hätte gerne den Respekt gehabt, der auf definierte Grenzen und Vertrauen aufgebaut hat. Die Grenzen waren definiert, aber dabei war meine Meinung nicht gefragt worden. Sondern, sie haben diese Grenzen definiert.
Die Wahrheit war die ganze Zeit in mich, aber ich habe sie unterdrückt, bis sie nicht mehr atmen konnte und bis meine Ohren seine Schreie nicht mehr hörten. Eine Hülle umhüllte sie, die von mir jeden Tag verstärkt wurde. Irgendwann gab sie auf und bereitete sich für den Tod vor, den sie vor sich hatte. Die Schwäche wurde immer stärker und zwang sie zum aufgeben und gewann den Kampf. Irgendwann wurde sie ganz still, sie atmete nicht mal. Dann ist sie gestorben. Vielleicht meine ich das nur so. Die Frage ist hier, die ich mir immer wieder stelle, ob die Wahrheiten sterben und von dieser Welt verschwinden? Vielleicht hat sie sich in die Händen von Zeit überlassen und wartete darauf eines Tages von jemanden entdeckt zu werden, wie eine Schatzkiste in einem tiefen Meer.
Bereits als Kind wünschte sich Peregrin ein eigenes Zimmer. Er wollte das Zusammensein mit seiner Einsamkeit genießen. Seine Einsamkeit bedeutete für ihr sehr viel, weil er selten alleine war. Jemand begleitete ständig und es waren meistens unterschiedliche Personen, die er zum Teil auch gar nicht kannte. Die Begleitung nimmt er meistens eine Art Überwachung wahr. Seine Begleitung redete sehr selten mit ihm. Die einzelnen Gespräche waren meistens Monologe, die er meistens als Befehle wahr nahm.
Die Wände im Wohnzimmer von Peregrin erinnern an eine Kunstausstellung von einem Künstler. Die Wände sind von oben bis unten mit Bildern, Fotos und Gegenständen bedeckt. Man erkennte die Farbe an den Wänden kaum noch. Die meisten Bilder sind Ölbilder, die er bei den Flohmärkten zufällig ausgesucht und gekauft hat. Sein Besitzt wollte er ständig vor eine Augen haben und das war der Grund, warum er das, was er besaß auch an den Wänden aufhängte. Es waren auch alte Küchenutensilien an den Wänden und sogar ein
Es war ein Freitagabend als Peregrin die Hiltja zum letzen Mal sah. Peregrin seine Gefühle waren gemischt. Er konnte sich zwischen Freude und Trauer nicht entscheiden. Ein weiterer Kampf zwischen den zwei Persönlichkeiten fing an. Er war sich nicht sicher, ob das, was Hiltja ihm vor ein paar Minuten erzählt hat, wirklich das war, was sie auch wollte. Er glaubte nicht, dass das, was er vorhin zwischen den Lippen von Hiltja gehört hat, die Wahrheit war. Er malte in seinem Kopf ein Bild und das Bild musste genau das sein, was die Hiltja sich auch gemalt hat. Hiltja wollte Peregrin nicht verletzen. Sie wollte nicht, dass er zu einem späteren Zeitpunkt starke Schmerzen empfindet und aus diesem Grund wollte Hiltja diese Beziehung beenden. Ob die Zeit für Peregrin eine traurige oder freudige Zeit sein wird, wussten die beiden Persönlichkeiten nicht. Dieser Moment war einer von den wichtigsten Momenten im Leben von Peregrin. Die beiden Persönlichkeiten waren sich genau bei diesem Punkt einig. Peregrin oder bessergesagt, einer von diesen zwei Persönlichkeiten, die sich Körper von Peregrin befinden, war in sie verliebt. Vielleicht ist das Wort verliebt nicht die richtige Formulierung.
Peregrin stellte sich die Frage, warum Hiltja ihn nicht mehr treffen wollte. Eine Antwort auf diese Frage…
Die Liebe gegenüber Hiltja hat keine Zukunft gehabt. Hiltja war eine sehr selbstständige Frau. Sie hat ihr Leben immer selber gestaltet. Die Entscheidungen in ihrem Leben immer selber getroffen. Die Konsequenzen von diesen Entscheidungen auch selber auch selber getragen. Sie war eine Frau, die selber für eigene Unabhängigkeit kämpfte. Irgendetwas musste sie ja zusammenbringen. Was war das genau?
Sie war für Peregrin eine Person, die außerhalb des Kreises stand. Es waren mehrere Kreise, die Peregrin in seinem Kopf Kreise gezeichnet hat. Er ordnete jeden Menschen an einem von diesen Kreisen.
Die Eifersucht veränderte sein Leben. Er wollte sie nur für sich haben aber er konnte sich nicht erklären, warum. Er musste sich ein Mal mehr vor der Eifersucht beugen und sein Respekt zeigen, in dem er sich von der Eifersucht herrschen ließ.
»Ich bin der Peregrin und ich bin der, die ihre Zukunft geschrieben hat« sagte Peregrin. Aber, er unterschätze die Wahrheit. Die Wahrheit ist ein Tyrann und sie gewinnt meistens.
Als Kind war er oft in Gedanken gesunken. Er schaute während des Unterrichts aus dem Fenster oder fokussierte seine Blicke zu irgendeinem Objekt oder einer Person und blieb in dieser Position bis er wahr nahm, dass er gar nicht in der Gegenwart war sondern wieder in einer Reise in der Vergangenheit.
Jeder lebt in einer eigenen Welt. Bei Peregrin war es nicht die eigene Welt.
Er stellte sich die Frage, wem das Leben gehörte und wer für die Taten zuständig war. Er wollte für die Taten von seinem Feind nicht zuständig sein. Sein Körper soll nur die Schmerzen von seinen Taten spüren, das war Peregrin sein Wunsch. Aber, er durfte das nicht alleine entscheiden. Sein Feind zeigte Peregrin in jeder Gelegenheit, dass er auch sein Körper einen Anspruch hatte und diesen Anspruch sogar immer geltend machte. Peregrin führte ein Kamp mit sich selbst. Er glaubte an einem Sieg, den er eines Tages erreichen wird. Aber, er wusste auch, dass er noch lange kämpfen musste.
Er wünschte sich sehr, das Gefühl von Freiheit zu erleben.
Der Mensch wird immer schwererer, wenn er das Abgeschlossene in seinem Leben mitschleppt. Warum ist es schwierig, abgeschlossenes liegen zu lassen? Vielleicht weil sie nicht abgeschlossen ist?
Die Realität war mein Albtraum.